Erfahrungsbericht vom 7ten Soldan Moot Court

Sind Alpakas eigentlich ein Reisemangel? Diese Frage können wir inzwischen fast nicht mehr hören, wohl aber aus verschiedenen Perspektiven diskutieren. Denn das bringt ein Moot Court mit sich: sich in verschiedene Sachverhalte und die beteiligten Parteien hineinzudenken und spontan auf neue Situationen einzulassen.

Doch wie lief die Zeit beim Soldan Moot eigentlich für uns Teilnehmer genau ab?

Kennenlernen und Vorbereitungsphase

Anfang Mai trafen wir uns das erste Mal gemeinsam mit den Coaches und lernten uns kennen. Zunächst besuchten wir mit Max und Felix den Deutschen Anwaltstag in Leipzig und hatten wöchentlich vorbereitende Inhaltsveranstaltungen bei Herrn Häntschel im Hinblick auf die ZPO.

Schriftssätze und Micro Moot

Der Sachverhalt des Soldan Moots wurde Anfang Juli veröffentlicht.

In dem Fall ging es hauptsächlich um Pauschalreiserecht. Der Kläger Karl Toffel wendete sich gegen ein Hotel und machte diverse Reisemängel geltend, die aufgrund einer peruanischen Aktionswoche aufgetreten waren. Als Fünferteam machten wir uns nach einer ersten Besprechung daran, die Schriftsätze (Klageschrift, Klageerwiderung) zu verfassen, für die wir jeweils einen Monat Zeit hatten. Währenddessen lernten wir schnell, was Teamwork bedeutet und wuchsen zusammen. Parallel übten wir mit den Coaches in sogenannten Micro Moots anhand von kleinen Übungsfällen und dem Soldan Fall wie eine mündliche Verhandlung abläuft. Darüber hinaus bekamen wir die Gelegenheit an einem Rhetoriktraining teilzunehmen.

Mündliche Verhandlungen

Nachdem die Schriftsätze eingereicht wurden, war unsere erste Herausforderung der Pre-Moot an der Bucerius Law School Hamburg, bei dem wir bereits zur Übung gegen Teams von anderen Unis den Fall verhandelten. Dabei hatten wir die Gelegenheit mit anderen Soldan Teilnehmern in Kontakt zu kommen und uns optimal auf die Verhandlungen in Hannover vorzubereiten.

Am 10.10.2019 war es dann soweit: die Verhandlungen in Hannover standen an. In 2 Tagen verhandelten wir gegen verschiedene Teams und konnten das bisher Gelernte unter Beweis stellen. Die Veranstalter des Soldan Moots ließen durch ihr abwechslungsreiches Programm auch den Spaß nicht zu kurz kommen.

Was wir mitgenommen haben

Wenn wir uns vor allem an die Anfänge der Micro Moots erinnern, als sich noch keiner von uns vorstellen konnte, wie eine Verhandlung abläuft oder wie man seine Position rhetorisch gut darstellt, können wir nun sagen, dass wir uns alle persönlich weiterentwickelt haben. Im Laufe des Moot Courts haben wir uns selbst besser kennengelernt und das Werkzeug an die Hand bekommen, von unseren Stärken zu profitieren und selbstbewusster aufzutreten. Auch für das weitere Studium haben wir viel mitgenommen – der Umgang mit juristischen Sachverhalten und unbekannten Normen fällt uns nun viel leichter.

„Aus Fremden wurden Freunde“: Neben der juristischen und rhetorischen Entwicklung schauen wir aber auch auf eine bereichernde und lustige Zeit mit neuen Freunden und interessanten Gesprächen zurück.

Der Soldan Moot bietet einem die Möglichkeit, neben dem doch sehr theorielastigen Studium, über den Tellerrand hinaus einen Blick in die Praxis zu werfen.

Eurer Soldan Team 2019 Lea, Sandra, Tanja, Sarah und Christian.

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